Eines meiner Ziele war wie bereits erwähnt der Aufstieg auf
den höchsten Berg der Insel Goat Fell (874 m). In den vergangenen Tagen war das
wegen des anhaltenden Regens zumindest ungünstig. Da die Wettervoraussage aber
sowieso nicht gerade optimistisch war, musste ich warten, wann es mal geht.
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| ...vom Wetter war nix gutes zu erwarten... |
Die
Kurzzeitprognose für heute sagte : entweder jetzt oder nie. Kein Regen bis etwa
15:00 Uhr... das ist zu schaffen. Also mit dem Auto etwas abgekürzt auf den
Parkplatz bei der Arran Brauerei und ab ging es... ähmn... nein hoch natürlich.
10:10 Beginn des Aufstieges. Diverse Ratgeber sagen 4 bis 6,5 Stunden für hin
und zurück voraus. Ich habe den letzten Berg glaub ich am Wandertag in der 2.
Klasse bestiegen, wir waren in den Ravensbergen (etwa 110 m) bei Potsdam
unterwegs und ich kann mich glaub ich auch an keine Details erinnern. Der Goat
Fell ist zwar 874 m hoch, aber das klingt auch erstmal nicht nach Mount Everest.
Man sollte aber bedenken das die Berge hier an der schottischen Westküste mehr
oder weniger aus dem Wasser, also von Null beginnen. Sehen wir einen höheren
deutschen Berg... ich sach mal den Brocken an... dann stehen wir bereits auf ein
paar hundert Metern Bergvorland oder so... die Berge hier in Schottland, (oder
auch ähnlich die noch krasseren Berge in Norwegen), haben zwar keine
beeindruckenden Höhenzahlen, steht man aber davor... weiß man das das nichts
zählt. ...ähmn... wir waren
stehengeblieben:
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| ...erste Ausblicke auf die Bucht von Brodick... |
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| ...nur der Berg eelber hüllt sich in Wolken... |
10:10 Beginn des Aufstieges . Es folgte ein Waldweg , schon
ziemlich aufwärts aber halt ein relativ ebener Waldweg. Was ich immer wieder
dachte... so viele gute Pilze am Wegesrand... und ich hatte keine Verwendung
dafür... Danach wurde der Weg schmaler und steiler... im Prinzip war es ein
kleiner Bach, denn es floss ständig Wasser runter... Man konnte es durchaus
geniessen, sich umzudrehen und Brodick Bay aus der Ferne zu bestaunen. So ging
das eine Weile und ich hatte schon am Anfang Zweifel, ob meine Kondition das
bis zum Ende mitmacht... schließlich trainiere ich seit über 25 Jahren
Unsportlichkeit... und Ausdauer war auch in meinen sportlicheren Tagen nicht
mein Benchmark. So schön wie der Blick zurück auch immer war, der Blick nach vorne
war... vernebelt. Die Spitze der Berges war einfach in Wolken gehüllt und...
irgendwann fiel mir eine Episode meiner Kindheit ein. Als
Ein-bis-zwei-Bierkistenhoch bin ich in Leipzig aufgewachsen (quasi meine ersten
7 Jahre) . Fernsehtürme kannte ich nur aus Büchern oder Fernsehen... ich war
beeindruckt ohne je einen gesehen zu haben... Eines Tages ging es als
Tagesausflug nach Berlin und da war klar... der Fernsehturm natürlich.
Dummerweise war an diesem Tag dichter Nebel und ich war schon nicht begeistert,
daß ich vom Objekt meiner Begierde nur so einen langen Stiel gesehen hatte. Ich
nötigte jedoch meine Mutter so lange bis sie entnervt einwilligte, da hoch zu
fahren. (es war nicht so, das sie mir verheimlicht hatte, das man bei Nebel von
oben auch nichts sieht...) Naja... es kam wie es kommen musste... ich war
stinksauer, warum man denn nichts sieht... Nun ja, das war ca. 1973 oder 74...
heute stand ich dann auch vor der Entscheidung... wegen der schönen Aussicht
lohnt sich der Aufstieg heute nicht... aber irgendwie hatte ich den Punkt
überschritten, noch einen Rückzieher zu machen. Die Pauseninterwalle wurden
kürzer und ich hab mich auch nicht ganz leicht getan... aber auch Dank guter
Schuhe kam ich irgendwann oben an. Das Wetter da oben war eine Katastrophe,
Wind, gefühlter Frost und Null Sicht... nun gut... ein Glas Arran Whisky wärmte
ein wenig und nach 10 min ging es wieder zurück.
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| Ein ganzer Held Dank guter Schuhe |
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| Darauf einen Arran 21y von Scoma. war so... speziell, aber in diem Moment sehr gut. |
Währenddessen beim Aufstieg
Kondition gefordert ist, ist es beim Abstieg durch das ganze Granitdedöns Konzentration...
immerhin geht es aber bergab und es bereitete mir keinerlei Mühe. Ich bin also
warscheinlich eher der Bergabsteiger... (warscheinlich meiner bekennenden
Warmduschermentalität geschuldet...)
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| Abwärts war das Wetter wieder als wäre man mit dem Flieger woanders gelandet... |
Fazit : 15:10... genau 5 Stunden nach dem
Start war ich wieder unten, unverletzt und ohne Skistöcker, die scheinen ja
wichtig zu sein... Der Rest des Tages war der Entspannung gewidmet. Morgen ist
der Südteil der Insel dran und das ist dann leider auch schon der letzte Tag
auf der Insel... aber das ist erst morgen...
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